SYSTEMTHERAPIE
BEI NEURODERMITIS
IM ÜBERBLICK

Neurodermitis ist mehr als „nur“ eine Hauterkrankung. Sie beeinflusst Deinen ganzen Körper und geht unter anderem mit entzündlichen Prozessen einher, an denen das Immunsystem maßgeblich beteiligt ist. Deshalb reicht es bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis oft nicht aus, nur die Hautoberfläche zu behandeln. Systemtherapien bei Neurodermitis wirken über den Blutkreislauf von innen. Sie kommen zum Einsatz, wenn äußerliche Therapien nicht ausreichend helfen. Eine Systemtherapie erfolgt immer in ärztlicher Abstimmung und ist verschreibungspflichtig.
Zwei Neurodermitis-Betroffene im Gespräch über Systemtherapien bei Neurodermitis
Neurodermitis ist mehr als „nur“ eine Hauterkrankung. Sie beeinflusst Deinen ganzen Körper und geht unter anderem mit entzündlichen Prozessen einher, an denen das Immunsystem maßgeblich beteiligt ist. Deshalb reicht es bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis oft nicht aus, nur die Hautoberfläche zu behandeln. Systemtherapien bei Neurodermitis wirken über den Blutkreislauf von innen. Sie kommen zum Einsatz, wenn äußerliche Therapien nicht ausreichend helfen. Eine Systemtherapie erfolgt immer in ärztlicher Abstimmung und ist verschreibungspflichtig.

Was ist eine system Therapie bei Neurodermitis?

Im Gegensatz zu äußerlichen Therapien, bei denen Medikamente auf die Haut aufgetragen werden, wirken Systemtherapien von innen. Einige werden als Tablette eingenommen, andere mit einer Spritze unter die Haut (subkutan) injiziert.

Illustration einer Tablette und Spritze zur Darstellung einer möglichen Systemtherapie bei Neurodermitis

Die Wirkstoffe verteilen sich dann über den Blutkreislauf im ganzen Körper also im ganzen System. So gelangen sie an den Ort, an dem sie wirken sollen. Systemtherapeutika setzen damit an der zugrundeliegenden Entzündung an, statt an der Oberfläche zu behandeln.

Wann kommt eine Systemtherapie bei Neurodermitis infrage?

Wenn eine äußerliche Therapie nicht ausreicht, es immer wieder zu Schüben kommt oder Du regelmäßig sehr große Mengen von wirkstoffhaltigen Cremes anwenden musst, könnte eine zielgerichtete Systemtherapie eine gute Option für Dich sein.

Eine kontinuierliche, auf Dich angepasste Behandlung ist entscheidend. Denn auch wenn Deine Haut gerade ruhig aussieht, ist die Neurodermitis nicht verschwunden – unter der Oberfläche laufen weiterhin entzündliche Prozesse ab.

Für eine optimale Therapie ist es wichtig, auch Auswirkungen auf Deinen Schlaf, mögliche psychische Belastungen  und Begleiterkrankungen zu berücksichtigen.

Welche Arten von Systemtherapien gibt es?

Bei den Systemtherapien bei Neurodermitis unterscheidet man zwischen gezielten Therapieansätzen und klassischen Behandlungsformen.

  • Gezielte Systemtherapien bei Neurodermitis werden in der Regel langfristig eingesetzt. Sie greifen gezielt in die Krankheitsprozesse ein, indem sie bestimmte Entzündungsbotenstoffe blockieren oder Signalwege regulieren. Dazu zählen Biologika und JAK-Hemmer.
  • Klassische Systemtherapien bei Neurodermitis werden meist zeitlich begrenzt eingesetzt. Sie dämpfen das Immunsystem insgesamt und kommen vor allem bei akuten Schüben mit ausgeprägten Symptomen zum Einsatz. Dazu gehören systemische Kortikosteroide und Ciclosporin.

Auf unserer Website kannst Du auch nachlesen, wie die Basistherapie Deine Hautbarriere stärkt und was noch zu den äußerlichen Therapien gehört. Außerdem kannst Du hier erfahren, welche begleitenden Ekzem-Therapien die Behandlung der atopischen Dermatitis sinnvoll ergänzen können.

Gezielte Systemtherapien

Bild einer Zielscheibe

Gezielte Systemtherapien setzen an fehlgeleiteten immunologischen Prozessen an, die bei Neurodermitis eine zentrale Rolle spielen. Dabei regulieren sie gezielt bestimmte Botenstoffe oder Signalwege, die an der Entstehung von Juckreiz und Entzündungen beteiligt sind. Dadurch wirken sie präziser als klassische Systemtherapien und sind meist auf eine langfristige Behandlung ausgelegt.

Biologika als gezielte Systemtherapien

Biologika sind Medikamente, die biotechnologisch in Zellkulturen hergestellt werden. Dazu gehören auch die Antikörpertherapien.

Grafische Darstellung eines Antikörpers bei Biologikatherapie Title

Antikörper sind große Moleküle (Eiweißmoleküle), die im Körper gebildet werden, um Krankheitserreger abzuwehren.

Grafische Darstellung einer Zielscheibe zur Veranschaulichung einer zielgerichteten Systemtherapie bei Neurodermitis

Sie können zielgerichtet und hochspezifisch bestimmte Stoffe erkennen und binden. Diese Eigenschaft macht sich die Medizin zunutze – therapeutische Antikörper werden so entwickelt, dass sie gezielt Entzündungs­auslöser bei Neurodermitis blockieren.

Schutzschild, um Sicherheitsprofil von Biologika darzustellen
Biologika werden bereits seit den 1980er-Jahren erfolgreich in der Medizin eingesetzt.1 Für die Neurodermitis-Behandlung erhielt das erste Biologikum 2017 die Zulassung. Mittlerweile gibt es umfangreiche Erfahrungen und Daten zur Langzeitanwendung.2

Welche Biologika werden bei Neurodermitis eingesetzt?

Bei den Biologika, die bei atopischer Dermatitis eingesetzt werden, handelt es sich um sogenannte monoklonale Antikörper.
Monoklonale Antikörper greifen gezielt und hochspezifisch in die fehlgeleitete Immunreaktion ein. Sie blockieren bestimmte Entzündungsbotenstoffe oder deren Andockstellen, bevor Entzündungssignale in die Zelle weitergeleitet werden. Dadurch können sie hartnäckigen Juckreiz und Entzündungen langfristig lindern.3,4

Grafische Darstellung eines Antikörpers bei Biologikatherapie Title Tag: Darstellung eines Antikörpers

Schlüssel-Schloss-Prinzip von Antikörpertherapie bei Neurodermitis

Grafische Darstellung eines Antikörpers bei Biologikatherapie Title Tag: Darstellung eines Antikörpers

Entzündungssignale werden nicht mehr weitergeleitet.

Für die Behandlung der Neurodermitis mit Biologika stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung. Jeder Wirkstoff hat ein spezifisches Angriffsziel im Immunsystem deshalb unterscheiden sich die einzelnen Substanzen in ihrer Wirksamkeit und ihren Nebenwirkungen.3,4
Aufgrund ihrer gezielten Wirkweise verfügen Biologika über ein günstiges Nutzen-Risiko-Profil und sind in der Regel gut verträglich.3,4

JAK-Inhibitoren bei Neurodermitis

Januskinase-(JAK)-Inhibitoren (auch als JAK-Hemmer bezeichnet) greifen direkt in der Zelle an und verhindern, dass Entzündungssignale weitergeleitet werden.

Darstellung eines kleinen Moleküls (JAK-Hemmer)

JAK-Inhibitoren gehören zu den sogenannten kleinen Molekülen. Sie wirken innerhalb der Zelle, während Biologika außerhalb der Zelle ansetzen.

Grafische Darstellung eines Verbotszeichen

JAK-Inhibitoren hemmen die Aktivität bestimmter Enzyme, der Januskinasen (JAK), in den Immunzellen und unterbrechen dadurch die Weiterleitung von Entzündungssignalen innerhalb der Zelle.3,4

Schutzschild, um Sicherheitsprofil von JAK-Hemmern bei Neurodermitis darzustellen

Eine erste Zulassung für die Neurodermitis erfolgte im Jahr 2020.5 JAK-Inhibitoren werden bei unterschiedlichen Erkrankungen angewendet.6

JAK-Hemmer als gezielte Systemtherapie

Durch ihre Wirkweise können JAKInhibitoren helfen, Neurodermitis Symptome wie Juckreiz und Ekzeme effektiv zu lindern. Dabei stehen unterschiedliche Wirkstoffe zur Verfügung, weshalb sich ihre Wirksamkeit und Nebenwirkungen unterscheiden können.3,4

Grafische von Entzündungssignalen in der Haut bei Neurodermitis

Kleine Moleküle hemmen Signalweiterleitung

Grafische Darstellung, wie JAK-Hemmer die Weiterleitung von Entzündungssignalen hemmen, wenn sie bei Neurodermitis eingesetzt werden.

Kleine Moleküle hemmen Signalweiterleitung

Wie bei allen systemischen Therapien ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung wichtig. Deshalb wird vor Beginn der Behandlung individuell geprüft, für wen JAK-Inhibitoren geeignet sind. Bei folgenden Personengruppen sollten JAKHemmer nur angewendet werden, wenn keine geeigneteren Behandlungs optionen zur Verfügung stehen:

  • Patienten im Alter von 65 Jahren und älter
  • Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen, einschließlich Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen
  • Patienten mit Risikofaktoren für Krebserkrankungen, einschließlich Raucher

Klassische Systemtherapien

Zu den klassischen Systemtherapien gehören die sogenannten Immunsuppressiva und systemischen Glukokortikoide. Diese Medikamente dämpfen das Immunsystem und reduzieren dadurch Entzündungen. Sie werden meist zeitlich begrenzt eingesetzt.3,5 Immunsuppressiva wie Ciclosporin hemmen gezielt das Immunsystem. Es gibt verschiedene Substanzen mit eigenen Anwendungsund Nebenwirkungsprofilen.
Systemische Glukokortikoide (KortisonTabletten) werden in der Regel kurzzeitig bei akuten Schüben genutzt, da eine längere Einnahme das Nebenwirkungsrisiko erhöht.3,5

  • Klassische Systemtherapien können verschrieben werden, wenn äußerliche Behandlungen nicht ausreichen und Deine Lebensqualität stark beeinträchtigt ist.
  • Sie können wirksam Juckreiz lindern und die Haut abheilen lassen.
  • In der Regel werden sie nur übergangsweise bei akuten Schüben eingesetzt und sollen so bald wie möglich wieder reduziert werden – Dein Dermatologe wird meist eine Umstellung auf eine längerfristige Behandlung empfehlen.
  • Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um Wirkung und Sicherheit zu überwachen.
  • Immunsuppressiva sind meist orale Medikamente, in der Regel Tabletten oder Kapseln.

Unterschiede zwischen klassischen und gezielten Systemtherapien

Klassische SystemtherapienGezielte Systemtherapien
WirkprinzipHemmen breitflächig und unspezifisch das ImmunsystemGreifen gezielt in bestimmte Entzündungsprozesse ein
EinsatzbereichBei akuten Schüben und schweren VerläufenBei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis
Eingriff ins ImmunsystemBreit, auf das gesamte ImmunsystemZielgerichtet, auf spezifische Entzündungssignalwege
NebenwirkungenHäufiger, bei langer Gabe teilweise schwerwiegendMeist geringer und spezifischer
Kontrollunter-suchungenRegelmäßige Blut- und Organkontrollen nötigJe nach Wirkstoff ebenfalls Kontrollen, oft weniger umfangreich
Anwendungs-formTabletten oder KapselnSpritzen oder Tabletten
DauerIn der Regel zeitlich begrenztMeist langfristig
Illustration einer Lupe, die Neurodermitis-Symptome untersucht.

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Nebenwirkungen und Sicherheit von Systemtherapien

Wie bei jeder inneren Therapie bei Neurodermitis spielen Nebenwirkungen und Sicherheit eine wichtige Rolle. Welche Begleiterscheinungen auftreten können, hängt vom jeweiligen Medikament ab. Deshalb erfolgt die Behandlung unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle, um Wirkung und Verträglichkeit kontinuierlich zu überprüfen. Ein Gespräch mit Deinem Hautarzt hilft, Nutzenbewertung und mögliche Risiken und Nebenwirkungen gegenüberzustellen.

Gut zu wissen

Überwachung von Nebenwirkungen in Deutschland

In Deutschland werden Nebenwirkungen systematisch erfasst und überwacht. Verdachtsfälle können gemeldet werden und fließen in ein bundesweites Sicherheitsnetz ein.

Illustration eines Buches zur Hervorhebung wichtiger Neurodermitis-Fakten.

Welche Nebenwirkungen können Biologika haben?

Wie bei allen Medikamenten können auch bei Biologika Nebenwirkungen auftreten. Die Art und Häufigkeit hängt vom jeweiligen Wirkstoff ab.

Häufige Nebenwirkungen können sein (Stand März 2026):

  • An der Einstichstelle: Rötung, Schwellung oder leichte Schmerzen
  • Infektionen (je nach Biologikum): Konjunktivitis, Herpesinfektionen, Pilzinfektionen der Haut, Infektionen der oberen Atemwege

Je nach Biologikum kann es außerdem zu spezifischen Nebenwirkungen kommen, die häufig berichtet werden: Eosinophilie, Gelenkbeschwerden, allergische Konjunktivitis, Typ-I-Allergie, Kopfschmerzen, Atemwegserkrankungen, Hautreaktionen.
Dein Hautarzt überwacht die Behandlung regelmäßig. Bei Problemen kannst Du jederzeit Kontakt aufnehmen. Schwere Nebenwirkungen sind selten.

Geprüfte Sicherheit von Biologika

Symbol für die geprüfte Sicherheit von Biologika als Systemtherapie bei Neurodermitis

Es gibt langjährige Erfahrung in klinischen Studien und in der Praxis. Die Hersteller selbst und staatliche Behörden überwachen fortlaufend die Verträglichkeit. Manche Biologika-Therapien sind bei Neurodermitis bereits im Säuglingsalter zugelassen. Frag Deinen Hautarzt, welches Biologikum am besten für Dich geeignet ist und welche Nebenwirkungen bei welchem Medikament auftreten können. Eine genaue Auflistung aller bekannten Nebenwirkungen findest Du in der Packungsbeilage.

Welche Nebenwirkungen können bei JAK-Hemmern auftreten?

Wie bei allen Medikamenten können auch bei JAK-Inhibitoren Nebenwirkungen auftreten. Die Art und Häufigkeit hängt vom jeweiligen Wirkstoff ab.

Häufige Nebenwirkungen können sein (Stand März 2026):

  • Infektionen (je nach JAK-Hemmer): Herpesinfektionen, Infektionen der oberen Atemwege, Influenza, Harnwegsinfektion, Pneumonie, Gastroenteritis, Follikulitis
  • Kopfschmerzen, Schwindel
  • Akne
  • Veränderung des Blutbildes
  • Übelkeit, Bauchschmerzen

Je nach JAK-Hemmer kann es außerdem zu spezifischen Nebenwirkungen kommen, die häufig berichtet werden: Erbrechen, Hypercholesterinämie, Urtikaria, Fieber, Fatigue.
Dein Hautarzt überwacht die Behandlung regelmäßig. Bei Problemen kannst Du jederzeit Kontakt aufnehmen. Schwere Nebenwirkungen sind selten.

Ablauf einer Systemtherapie – was Betroffene wissen sollten

Neurodermitis-Patientin informiert sich über Systemtherapien bei Neurodermitis

Eine Systemtherapie bei Neurodermitis beginnt in der Regel mit einer gemeinsamen Entscheidung: Du und Dein Dermatologe beurteilen zusammen den Schweregrad Deiner Erkrankung und entscheiden, welche Behandlung für Dich infrage kommt. Wie sich die Behandlung im Alltag gestaltet, hängt von der jeweiligen Wirkstoffgruppe und der Anwendung ab. Die wichtigsten Unterschiede findest Du hier im Überblick.

Welche Nebenwirkungen können bei JAK-Hemmern auftreten?

  • Biologika werden als subkutane Injektion verabreicht.3,5 So gelangen die empfindlichen Wirkstoffe direkt ins Gewebe, ohne im Magen abgebaut zu werden.
  • Häufig besteht die Wahl zwischen Fertigspritzen und Fertigpens, bei denen die Nadel nicht sichtbar ist. In beiden Fällen ist die Nadel dünner als bei einer Blutabnahme oder Impfung.
  • Die Injektion kann flexibel in der Praxis oder zu Hause erfolgen.
  • Wenn Du ein Biologikum bekommst, erhältst Du eine Schulung durch das Praxispersonal, damit Du Dich sicher fühlst.
  • Es erfolgen regelmäßige Kontrolltermine. Der behandelnde Arzt prüft regelmäßig den Nutzen und mögliche Nebenwirkungen und entscheidet dann gemeinsam mit Dir, ob die Therapie fortgeführt, angepasst oder auch beendet werden soll.

Wie werden JAK-Hemmer bei Neurodermitis verabreicht?

  • JAK-Hemmer werden in Tablettenform eingenommen, in der Regel täglich. Die Dosis kann je nach Gewicht und Alter angepasst werden.
  • Die Wahl der Therapie wird im Einzelfall nach Voruntersuchungen und unter Berücksichtigung möglicher Risikofaktoren entschieden.
  • Neben einer Voruntersuchung erfolgen während der Einnahme von JAK-Hemmern regelmäßige Laborkontrollen, um die Wirkung der Behandlung zu überwachen und mögliche Nebenwirkungen früh zu erkennen. Dein Arzt bespricht regelmäßig mit Dir, ob die Therapie fortgeführt, angepasst oder beendet werden soll.

Wie werden Immunsuppressiva verabreicht?

  • Immunsuppressiva werden in der Regel wie JAK-Hemmer in Tabletten- oder Kapselform eingenommen.
  • Die Dosierung wird individuell festgelegt und richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung sowie nach persönlichen Faktoren wie Alter und Begleiterkrankungen.
  • Da Immunsuppressiva das gesamte Immunsystem dämpfen, erfolgen regelmäßige ärztliche Kontrollen. Dazu zählen Blutuntersuchungen, um mögliche Auswirkungen auf Organe und Blutwerte frühzeitig zu erkennen.
  • Immunsuppressiva werden bei Neurodermitis meist zeitlich begrenzt eingesetzt.
  • Auch hier gilt: Dein Arzt bespricht regelmäßig mit Dir, ob die Therapie fortgeführt, angepasst oder beendet werden soll.

HÄUFIGE FRAGEN ZUR SYSTEMTHERAPIE BEI NUERODERMITIS

Was sind Biologika bei Neurodermitis?

Biologika bei Neurodermitis sind Medikamente, die bestimmte Entzündungsbotenstoffe im Immunsystem hemmen. Sie werden bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis eingesetzt, wenn äußerliche Therapien nicht ausreichen.

Was ist eine systemische Therapie bei Hauterkrankungen?

Eine systemische Therapie bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Psoriasis wirkt von innen. Sie wird zum Beispiel über Tabletten oder Injektionen verabreicht.
Systemtherapeutika kommen meist zum Einsatz, wenn die Erkrankung mittelschwer bis schwer ausgeprägt ist oder großflächig auftritt und äußerliche Behandlungen allein nicht ausreichen.

Wie unterscheiden sich Biologika und JAK-Hemmer?

Biologika und JAK-Hemmer sind gezielte Systemtherapien bei Neurodermitis. Sie unterscheiden sich in Wirkweise und Anwendung:

  • Biologika blockieren gezielt einzelne Entzündungsbotenstoffe und werden meist unter die Haut gespritzt.
  • JAK-Hemmer greifen in die Signalweiterleitung innerhalb der Zellen ein und werden als Tablette eingenommen.

Sind systemische Therapien sicher?

Systemische Therapien werden unter engmaschiger ärztlicher Begleitung eingesetzt. Bei manchen Wirkstoffen werden Kontrolltermine und Laboruntersuchungen angeordnet, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung zu überwachen. Dein Arzt wird die Therapie individuell auf Dich abstimmen.

Wie lange dauert eine systemische Therapie?

Eine gezielte Systemtherapie wird in der Regel langfristig eingesetzt, während klassische Immunsuppressiva meist nur zeitlich begrenzt angewendet werden.

Kann eine systemische Therapie jederzeit beendet werden?

In der Regel ja. Wenn Nebenwirkungen auftreten oder die Therapie nicht ausreichend wirkt, kann sie angepasst oder beendet werden – immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt. Bei manchen Medikamenten kann ein schrittweises Ausschleichen sinnvoll sein.

Können gezielte Systemtherapien mit anderen Behandlungen kombiniert werden?

Ja, gezielte Systemtherapien bei Neurodermitis können zum Beispiel mit äußerlichen Therapien wie Cremes oder Salben kombiniert werden. Welche Kombination sinnvoll ist, wird individuell mit der behandelnden Hautärztin oder dem Hautarzt abgestimmt.

Wie gut passen gezielte Therapien bei Neurodermitis in den Alltag?

Gezielte Therapien bei Neurodermitis sind in der Regel gut in den Alltag integrierbar. Je nach Wirkstoff wird das Medikament in größeren Abständen unter die Haut gespritzt oder täglich als Tablette eingenommen – meist nach festen, gut planbaren Anwendungsschemata.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Ja, Systemtherapien werden bei ärztlicher Verordnung von der Krankenkasse erstattet. Im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung gelten die üblichen gesetzlichen Zuzahlungen. Privatversicherten wird empfohlen, die Kostenübernahme mit ihrer Versicherung abzuklären.

Die Neurodermitis tritt zwar in Schüben auf, aber auch in Phasen, in denen die Erkrankung weniger sichtbar ist, brodelt die Entzündung unter der Hautoberfläche oft weiter. Die Behandlung der Symptome bringt nicht immer den gewünschten Erfolg und nicht wenige Menschen mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis sind nicht ausreichend versorgt.12 Sprich mit einem Hautarzt, wenn Deine Neurodermitis mit Deiner aktuellen Therapie nicht unter Kontrolle zu bringen ist. Hier kannst Du über einen Test herausfinden, wie kontrolliert Deine Neurodermitis ist. Gemeinsam könnt Ihr überprüfen, ob Dir moderne Behandlungsmöglichkeiten mehr Freiraum geben können. Falls Du Dich vorher umfassend informieren möchtest, kannst Du eine Zusammenfassung aller verfügbaren Therapien hier herunterladen und mit zu Deinem Dermatologen nehmen.

FAZIT

Neurodermitis tritt zwar in Schüben auf, doch auch in ruhigeren Phasen laufen unter der Hautoberfläche oft weiterhin entzündliche Prozesse ab. Die Behandlung der Symptome bringt nicht immer den gewünschten Erfolg und viele Menschen mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis sind nicht ausreichend versorgt.3 Die gute Nachricht: Es stehen heute verschiedene wirksame Systemtherapien zur Verfügung. Sprich mit Deinem Dermatologen, wenn Deine Neurodermitis mit Deiner aktuellen Therapie nicht unter Kontrolle zu bringen ist.
Gemeinsam könnt ihr überprüfen, ob Dir gezielte Systemtherapien mehr Freiraum geben können. Falls Du Dich vorher umfassend informieren möchtest, kannst Du verschiedene Broschüren herunterladen und mit zu Deinem nächsten Arzttermin nehmen.

Illustration einer Neurodermitis-Patientin, die ihre juckende Haut mit einer Lupe betrachtet.

WIE SEHR HAST DU
DEINE NEURODERMITIS
UNTER KONTROLLE?

1 C&EN. The emergence of Biologics; https://cen.acs.org/biological-chemistry/biotechnology/The-emergence-of-biologics/101/i26; letzter Zugriff: Januar 2026.

2 Mirali S, et al. Clin Exp Allergy 2025; 55:1057–1069.

3 S3-Leitlinie Atopische Dermatitis (AD) [Neurodermitis; atopisches Ekzem]; https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-027l_S3_Atopische-Dermatitis-AD-Neurodermitis-atopisches-Ekzem_2024-01.pdf; letzter Zugriff: Januar 2026.

4 Worm M et al. J Dtsch Dermatol Ges 2020; 18:1085–1092.

5 Kurzen H et al. Atopische Dermatitis – Ein praxisnaher Behandlungspfad (2025). https://onkoderm.de/wp-content/uploads/2025/04/onk_AG_AD_Beilage_DD_023_ONLINE.pdf,
letzter Zugriff: Januar 2026.

6 Deutsche Dermatologische Gesellschaft. Kleine Moleküle gegen Neurodermitis, Psoriasis, Vitiligo und kreisrunden Haarausfall; https://derma.de/fileadmin/derma/DDG-Tagungen/KOMPAKT_2022/K-PM_JAK-Inhibitoren_F.pdf; letzter Zugriff: Januar 2026.

MAT-DE-2601009-1.0-03/2026